Fliesen entfernen und austauschen – So gelingt’s Schritt für Schritt
Ob kaputte Bodenfliesen oder beschädigte Wandfliesen – manchmal ist es unvermeidbar, einzelne Fliesen auszutauschen. Aber keine Sorge: Mit der richtigen Anleitung und den passenden Werkzeugen kannst du beschädigte Fliesen problemlos entfernen und ersetzen. In diesem Beitrag zeigen wir dir Schritt für Schritt, wie du Fliesen sauber herauslöst, den Untergrund vorbereitest und neue Fliesen verlegst. Außerdem erfährst du, wann sich eine Reparatur lohnt und wann der komplette Austausch sinnvoll ist.

Wann und warum solltest du Fliesen austauschen?
Nicht jede beschädigte Fliese muss sofort ausgetauscht werden. Kleine Risse oder beschädigte Fugen kannst du oft selbst reparieren. Wenn jedoch größere Schäden auftreten, etwa eine Fliese komplett bricht oder sich vom Untergrund löst, solltest du handeln. Risse entstehen häufig durch Spannungen im Untergrund oder hohe Belastungen, während lose oder unebene Fliesen meist auf Fehler beim Verlegen hinweisen. Besonders ärgerlich wird es, wenn Fliesen schief verlegt wurden oder Höhenunterschiede entstehen – das sieht nicht nur unschön aus, sondern kann auch gefährlich werden. Zudem bleiben an solchen Kanten beim Wischen häufig Schmutz und Staub hängen, was die Reinigung erschwert.
Unser Tipp: Einzelne kaputte Fliesen lassen sich leichter austauschen, wenn du noch Ersatzfliesen hast. Falls nicht, lohnt sich ein Besuch im Fachhandel, um passende Fliesen zu finden.

Fliesen reparieren oder tauschen? – Wann lohnt sich was?
Eine Fliese muss nicht in jedem Fall sofort ersetzt werden. Kleinere Schäden kannst du auch mit wenig Aufwand ausbessern, ohne ganze Fliesen zu ersetzen. Hier eine Übersicht:
✅ Reparieren:
- Haarrisse auffüllen: Kleine Risse lassen sich mit spezieller Reparaturmasse kaschieren.
- Kantenbruch kaschieren: Beschädigte Ecken kannst du mit Reparatur- oder Spachtelmasse ausbessern.
- Fugen erneuern: Kaputte oder unsaubere Fugen kannst du entfernen und neu verfugen.
❌ Tauschen:
- Große Risse oder Abplatzungen: Wenn eine Fliese stark beschädigt ist, bleibt oft nur der Austausch.
- Unebenheiten: Fliesen, die höher oder tiefer liegen als andere, solltest du besser ersetzen, vor allem wenn Stolperfallen entstehen oder diese beim Putzen stark stören.
- Brüchige oder lose Fliesen: Wenn sich Fliesen lösen, deutet das meist auf Probleme mit dem Untergrund hin.

Schritt-für-Schritt-Anleitung: Fliesen entfernen und ersetzen
1. Werkzeug und Material bereitlegen
Bevor du loslegst, solltest du sicherstellen, dass du alle benötigten Werkzeuge und Materialien griffbereit hast:
- Multitool mit Zubehör-Set für Fliesen: Zum sauberen Auftrennen der Fugen.
- Hammer und Meißel: Zum Herauslösen der Fliese.
- Spachtel und Ausgleichsmasse: Zum Glätten und Anpassen des Untergrunds.
- Fliesenkleber, Fugenmörtel und Abstandshalter: Um Fliesen zu setzen und zu verfugen.
- Fugenkratzer, Fugengummi: Zum sorgfältigen Ausbessern von Fliesenfugen.
- Rührwerk oder Akku-Bohrschrauber mit Rühr-Aufsatz: Zum Anmischen von Fliesenkleber und Fugenmörtel.
- Kartuschenpresse und Fugenglätter: Falls du Silikonfugen erneuern musst.
- Staubschutzmaske: Beim Entfernen der Fliesen entsteht viel Staub.
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Vergleichsliste öffnen2. Fliese vorsichtig herauslösen
Jetzt geht’s ans Eingemachte! So entfernst du eine beschädigte Fliese Schritt für Schritt:
Fugen auftrennen: Um die Fugen um die beschädigte Fliese herum vorsichtig aufzutrennen, nutzt du am besten ein Multitool. Durch die oszillierende Bewegung schleift das Multitool mit einem passenden Zubehör, wie einem Hartmetall-Segmentsägeblatt, die harte Fugenmasse heraus, ohne die angrenzenden Fliesen zu beschädigen. Das Heraustrennen der Fuge sorgt dafür, dass beim Entfernen der Fliese keine Spannung auf die angrenzenden Fliesen übertragen wird. Dadurch vermeidest du, dass benachbarte Fliesen absplittern oder beschädigt werden. Außerdem schaffst du so genug Spielraum, um die Fliese leichter zu lösen.
Fliese einritzen und entfernen: Ritze die Fliese in der Mitte ein oder schlage vorsichtig ein Loch. Damit kannst du die Fliese gezielt schwächen, sodass sie sich leichter lösen lässt. Durch das Einritzen oder Einschlagen eines Lochs entstehen Bruchstellen, an denen du die Fliese dann mit Hammer und Meißel lösen kannst. Gehe dabei vorsichtig und Stück für Stück vor, um angrenzende Bereiche nicht in Mitleidenschaft zu ziehen. Arbeite langsam und achte darauf, den Untergrund nicht zu beschädigen.

3. Untergrund vorbereiten
Ein sauberer Untergrund ist entscheidend zum Verlegen der neuen Fliese: Nur so haftet der Fliesenkleber optimal und du vermeidest, dass sich später Risse oder Unebenheiten bilden. Ein glatter Untergrund sorgt außerdem dafür, dass die neue Fliese exakt und eben zu benachbarten Fliesen gesetzt werden kann – das ist besonders wichtig, um ein gleichmäßiges, professionelles Fliesenbild zu erhalten.
- Kleberreste entfernen: Entferne alten Fliesenkleber und Schmutz mit einem Spachtel oder Multitool. Hilfreich ist hier zum Beispiel das Einhell Akku-Multitool TP-MG 18 Li BL mit einem Delta-Raspel.
- Untergrund glätten: Falls der Untergrund uneben ist, trage Spachtelmasse auf, um eine glatte Fläche zu schaffen oder schleife den Untergrund ab.
- Untergrund reinigen: Beseitige Staub und Schmutz gründlich, damit der neue Fliesenkleber gut haftet.
4. Neue Fliese einsetzen
Jetzt kommt die neue Fliese ins Spiel. Überlege dir vor dem Anmischen des Fliesenklebers, wie viel du tatsächlich benötigst. Für größere Mengen, wie bei einer kompletten Fläche, bietet sich ein Rührwerk an, um den Kleber gleichmäßig und klumpenfrei zu vermischen. Wenn du jedoch nur eine einzelne Fliese ersetzen möchtest, reicht es in der Regel, den Mörtel mit einem Akkuschrauber und Rührer-Aufsatz oder einfach per Hand anzurühren. Wichtig ist in jedem Fall, dass der Kleber gut durchgemischt wird, damit er gleichmäßig haftet und die Fliese sicher hält. Trage den Fliesenkleber anschließend auf den vorbereiteten Untergrund auf, setze die neue Fliese ein und richte sie sorgfältig aus. Verwende dabei Abstandshalter, um gleichmäßige Fugen zu gewährleisten und ein sauberes Fliesenbild zu erzielen.


Fuge ausbessern oder nachziehen
Zum Abschluss geht es um die Fugen – ein wichtiger Schritt, damit das Ergebnis sauber und stabil bleibt. Ob du eine beschädigte Fuge ausbesserst oder nach dem Fliesentausch neu verfugst – das Vorgehen bleibt im Wesentlichen gleich. Nachdem du die Fugenmasse, wie anfangs beschrieben, mit einem Multitool entfernt und bei Bedarf eine neue Fliese gesetzt hast, geht es darum, die Fuge wieder zu füllen. Trage den Mörtel mit einem Fugengummi in die sauberen Fugen ein und glätte ihn sorgfältig. Entferne überschüssige Masse direkt, bevor sie antrocknet. Lass die neue Fugenmasse gut aushärten und reinige die Fliesen abschließend mit einem feuchten Tuch.
Sonderfall: Silikonfugen erneuern
Falls die neue Fliese an einer Übergangsstelle liegt, etwa zwischen Boden und Wand, benötigst du zusätzlich eine Silikonfuge. Diese sogenannten Dehnungsfugen gleichen Materialbewegungen aus und verhindern, dass sich neue Risse bilden. Trage das Silikon zum Beispiel mit unserer Akku-Kartuschenpresse auf und glätte es mit einem Fugenglätter für eine gleichmäßige Oberfläche. Noch mehr erfährst du dazu in unserem Blogbeitrag zum Erneuern von Silikonfugen.

Fazit: Fliesen austauschen – Mit der richtigen Vorbereitung kein Problem
Beschädigte Fliesen sehen nicht nur unschön aus, sondern können unter Umständen auch gefährlich werden. Mit ein wenig Vorbereitung und den richtigen Werkzeugen von Einhell kannst du Fliesen problemlos selbst entfernen und austauschen. Egal, ob du eine einzelne kaputte Fliese austauschen oder eine beschädigte Fuge ausbessern möchtest – mit unserer Schritt-für-Schritt-Anleitung gelingt dir das Projekt sicher und sauber!